ALEXANDER GYÖRFI

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CADEGLIANO, NOUVELLE VAGUE 2010 NON FUNGHI MA QUATTRO STAGIONI oder Wie ich im Traum eines Anderen spazieren ging

........  In gewisser Hinsicht spiegelt der Ausstellungsort von LE NOUVEAU VAGUE, die Villa Floreal, den privaten Entstehungskontext von Meders Ansammlung wider. Erneut befinden sich die Werke nicht in einem neutralen White Cube, sondern in einem privaten Raum, wo sie in vielfältigen Wechselbeziehungen mit bereits "besetzten" Topographien stehen. Der Villa kommt dabei eine ähnliche Bedeutung zu wie dem ehemaligen Sommerhaus des Schriftstellers Federico García Lorca, wo Hans Ulrich Obrist 2008 mit zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern die Ausstellung »Everstill« konzipierte. Gerade in Ausstellungsräumen, die ursprünglich nicht für Ausstellungen angelegt waren, entwickelt die Kunst ein Eigenleben, bildet sie Zäsuren in bereits markierten raumzeitlichen Gefügen. So entsteht zwischen dem modernistischen Credo »Independent of Time and Place«, das in vielen von Meders Sammlungsstücken spürbar ist, und dem Erinnerungsraum der Villa Floreal ein produktives Spannungsverhältnis. Die Künstlerinnen und Künstler bringen ihre Werke in einen Dialog mit Meders Ansammlung einerseits, mit dem Ort andererseits. In der Landschaft von Cadegliano lebte und arbeitete auch der Künstler Antonio Calderara (1903-1978) und machte sie, stark abstrahiert, zu seinem bevorzugten Sujet. Mit einer spartanischen Geste nimmt Alexander Györfi auf Calderara Bezug. Er installiert ein schmales horizontales Sichtband aus transparenter Folie über der Fensterfront und erweitert Calderaras Auffassung von »Spazio, colore, luce« darüber hinaus um akustische Aspekte wie eigene Musikaufnahmen auf Dubplates, die er mit Collagen aus Plattencovern kombiniert. ...... (JÖRG SCHELLER)

CADEGLIANO, INSTALLATIONSANSICHT

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